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Sünden im Islam: Verantwortung und der Weg zurück
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بِسْمِ اللهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيْمِ
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.
Sünde (arab. dhanb oder ithm) bezeichnet im Islam eine Handlung, die Allah verboten hat oder eine Pflicht, die vernachlässigt wurde. Die islamische Theologie unterscheidet zwischen verschiedenen Schweregraden — nicht um Sünden zu verharmlosen, sondern um zu verstehen, wie Reue und Rückkehr zu Allah funktionieren.
Die Unterscheidung: große und kleine Sünden
Koran 4:31 benennt das Grundprinzip :
إِن تَجْتَنِبُوا كَبَائِرَ مَا تُنْهَوْنَ عَنْهُ نُكَفِّرْ عَنكُمْ سَيِّئَاتِكُمْ وَنُدْخِلْكُم مُّدْخَلًا كَرِيمًا
„Wenn ihr die großen Sünden meidet, die euch verboten sind, tilgen Wir eure kleinen Vergehen und führen euch zu einem ehrenvollen Eingang."
Dieses Prinzip zeigt: Das Meiden der großen Sünden hat eine eigene Funktion bei der Vergebung kleinerer Vergehen. Die Unterscheidung ist also theologisch bedeutsam.
Zu den großen Sünden zählen die Gelehrten unter anderem: Schirk (Beigesellung), ungerechtfertigtes Töten, Zinâ (außerehelicher Geschlechtsverkehr), Zauberei, Zinsnahme und Verleumdung tugendhafter Frauen. Die genaue Liste variiert zwischen den Schulen, der Kern ist aber weitgehend geteilt.
Allah vergib alle Sünden
Koran 39:53 spricht direkt zu denen, die sich durch ihre eigenen Taten belastet fühlen :
قُلْ يَا عِبَادِيَ الَّذِينَ أَسْرَفُوا عَلَىٰ أَنفُسِهِمْ لَا تَقْنَطُوا مِن رَّحْمَةِ اللَّهِ إِنَّ اللَّهَ يَغْفِرُ الذُّنُوبَ جَمِيعًا
„Sag: O Meine Diener, die ihr euch selbst gegenüber übermäßig verhalten habt, verzweifelt nicht an Allahs Barmherzigkeit. Wahrlich, Allah vergibt alle Sünden."
Dieses Versprechen gilt für denjenigen, der sich aufrichtig zuwendet. Die einzige Einschränkung, die andere Verse nennen, betrifft den Schirk ohne Tawba bis zum Tod (Koran 4:48) — nicht als Aussage über die Reichweite der göttlichen Barmherzigkeit, sondern als Warnung vor dem Sterben in diesem Zustand.
Verantwortung übernehmen
Sünden anzuerkennen ist keine Selbstbestrafung, sondern ein erster ehrlicher Schritt. Die Bedingungen der Tawba sind überschaubar : aufrichtig bereuen, die Handlung aufgeben, entschieden sein, nicht zurückzukehren. Bei Sünden, die andere betreffen, gehört Wiedergutmachung dazu, soweit möglich.
Mehr zur Praxis der Tawba und wie sie anzugehen ist, findet sich in unserem Artikel über Istighfar und die tägliche Praxis.
